Das Erkennen der erlebten Gewalt und der Muster hinter dem toxischen Verhalten kann unglaublich erlösend, erleichternd und tröstlich sein. Zu erfahren, dass es nie an dir gelegen hat, kann sich enorm befreiend anfühlen. Doch dann plötzlich der Schock: Es geht dir zunehmend schlechter! Vielleicht sogar schlechter als in der toxischen Beziehung/Gruppe. Warum bloß? Und was hat das zu bedeuten?
Du weißt inzwischen, dass toxisches Verhalten real ist. Und dass du nie eine Chance hattest. Denn niemand hatte dir je beigebracht, woran du dieses Verhalten frühzeitig hättest erkennen können, um dich zu schützen.
Das Erkennen der erlebten Gewalt kann sehr befreiend sein
Du hast also die Muster hinter dem Verhalten eines bestimmten (oder mehrerer) Menschen oder einer Gruppe erkannt. Und du hast vielleicht schon Konsequenzen gezogen, dich z. B. getrennt, bist ausgestiegen oder hast den Kontakt abgebrochen. Vielleicht ist der toxische Mensch auch inzwischen von selbst verschwunden oder gestorben oder die Gruppe hat sich aufgelöst.
Den Moment der Klarheit hast du vielleicht als extrem befreiend erlebt. Oder als schockierend, sehr deprimierend oder beängstigend. Oder eine Mischung daraus. Viele streiken danach bei weiterer Information, wollen nichts mehr über dieses Thema wissen. Das alles ist ihnen zu krass, zu heftig, zu negativ. Die Erkenntnis ist zu scheußlich und zu schmerzhaft. Und diese Gefühle können und wollen sie (noch) nicht zulassen.
Andere stürzen sich in die Fachliteratur, hören endlos True-Crime-Podcasts oder gucken YouTube leer, um möglichst alles über toxisches Verhalten zu lernen. Doch hier wiederholt sich die Abhängigkeit von dem toxischen Menschen in einer gewissen Sucht nach diesen Informationen und Formaten. Sie können noch nicht loslassen.
Die Erkenntnis kann auch negative Folgen haben
Eigentlich, möchte man denken, müsste dann doch alles gut sein. Wir hören das ja auch überall. Von Gewalt Betroffene reden öffentlich darüber, wie super ihr Leben jetzt ist. Und Therapeut:innen und Coach:innen stimmen dem in ihren Podcasts und Videokanälen zu und raten deshalb unbedingt zum Ausstieg aus einer Beziehung/Gruppe.
Also müssten doch jetzt die ganzen Symptome, mental und körperlich, verschwinden, die du während der Beziehung bzw. Mitgliedschaft/vor der Erkenntnis hattest. Jetzt müsstest du doch endlich wieder gesund und fit werden. Und dein Leben und deine neu gewonnene Klarheit ausgiebig genießen können!
Aber bei Körper und Geist scheint diese Erkenntnis noch nicht angekommen zu sein. Im Gegenteil. Bei vielen geht’s jetzt erst richtig los mit den belastenden Symptomen. Denn nach einer ersten Phase der Klarheit und Erleichterung bemerken viele, dass es ihnen zunehmend schlechter geht. Dass sie nach dieser richtig guten Zeit auf einmal ein Symptom nach dem anderen bekommen. Manche brechen regelrecht zusammen. Und nichts davon scheint sich medizinisch erklären zu lassen.
Viele pilgern nun von Praxis zu Praxis, doch niemand findet einen Grund dafür. Ärzt:innen sind mit der Menge an Symptomen oder ihrer Zusammenstellung oft überfordert und ziehen deshalb die falschen Schlüsse. Manche labeln sie abwertend als „alles psychisch“. Sie suggerieren damit oder sagen geradeheraus, du müsstest dich einfach nur mehr anstrengen und heilen wollen, dann würde das schon. Vielleicht bekommst du einzelne Medikamente, für jedes Symptom eins. Aber auch die helfen höchstens für eine kurze Zeit. Dann kommen die Symptome wieder, vielleicht sogar noch stärker als vorher. Davon insbesondere betroffen (aber nicht nur!) sind oft Menschen, die lange Jahre oder Jahrzehnte toxischer Gewalt ausgesetzt waren (z. B. durch ein toxisches Elternteil oder Aufwachsen in einer Sekte).
Welche negativen Folgen kann die Erkenntnis haben?
Viele erleben also das Gegenteil dessen, was sie sich erhofft haben und was ihnen von allen Seiten vorgegaukelt wurde. Statt wie Phönix aus der Asche emporzusteigen und ihre Freiheit zu genießen, fühlen sie sich eher wie Ikarus: als wären sie für einen Moment mit ihren neu gewonnenen Flügeln der Sonne entgegengeflogen, nur um dann brutal abzustürzen. Und dieser Absturz kann nicht nur viele Facetten haben. Er kann auch jahrelang andauern, besonders dann, wenn man die Ursachen nicht kennt.
Nicht alle Opfer toxischer Menschen spüren diese Folgen, nachdem sie erkannt haben, wie viel Gewalt sie wirklich erlebt haben. Manche spüren nichts davon, andere haben nur ein, zwei Symptome. Wieder andere sind mit fast allen Symptomen geschlagen. Und längst nicht nur dann, wenn sie Nachtrennungsgewalt erleben.
Gemeinsam ist den meisten aber, dass sie diese Symptome nicht zuordnen, nicht verstehen können. Hier sind einige der möglichen Folgen:
Mögliche mentale Folgen
- Enttäuschung,
- Grübelspiralen rund um Fragen und Introjekte* wie: Warum? Warum ich? Warum habe ich das nicht erkannt? Warum habe ich das mit mir machen lassen? Warum bin ich nicht einfach gegangen? usw.,
- Selbstvorwürfe,
- Schamgefühle, weil du es nicht früher erkannt hast und scheinbar freiwillig alles hast mit dir machen lassen,
- Schuldgefühle, z. B. deinen Kindern gegenüber, weil du sie nicht besser schützen konntest, oder deinen Eltern gegenüber, wenn du den Kontakt zu ihnen abbrichst/die toxische Gruppe verlässt,
- Verunsicherung, weil du zu lange auf die Weisungen des toxischen Menschen angewiesen warst, die jetzt fehlen,
- Nebel im Kopf (Brain-Fog),
- Verwirrung,
- Unkonzentriertheit,
- Vergesslichkeit (Namen fallen dir plötzlich nicht mehr ein, du kommst auf bestimmte Worte nicht oder vergisst, was du heute eigentlich den ganzen Tag getan hast usw.),
- permanente innere Unruhe und Angespanntheit,
- Unfähigkeit zur mentalen Entspannung,
- Trauer, vielleicht auch aberkannte Trauer, die du womöglich gar nicht als solche erkennen und zulassen kannst,
- Depressionen,
- Einsamkeit,
- verstärkte Ängste (z. B. Vernichtungsgefühl, Todesangst), Angst- oder Panikattacken aus dem Nichts,
- Paranoia,
- Überforderungsgefühle bei alltäglichen Dingen, zeitweise Unfähigkeit, auch nur einen einzigen Handgriff auszuführen (z. B. eine Tasse an ihren eigentlichen Standort zu stellen, den Karton von einer Lieferung in den Papiermüll zu bringen),
- beständigen Druck, zu 100 Prozent funktionieren zu müssen und endlich wieder richtig gut drauf zu sein,
- Verstärkung von mentalen Zwängen und Ticks,
- usw.
* Ein Introjekt ist eine Sichtweise, die du unbewusst von dem gewaltausübenden Menschen oder der Gesellschaft übernommen hast. Z. B. dass du an allem selbst schuld wärst oder jederzeit hättest gehen können. Diese Introjekte sind jedoch falsch oder unvollständig. Wir verinnerlichen sie trotzdem, weil sie uns unermüdlich vorgebetet werden und weil sie uns Sicherheit in der Beziehung/Gruppe zu geben scheinen.
Mögliche körperliche Folgen
- Kribbeln oder Vibrieren im ganzen Körper oder in Teilen, als stündest du unter Strom,
- Bruxismus (starkes Zähneknirschen bzw. Aufeinanderpressen der Kieferhälften, nicht nur nachts, sondern auch tagsüber),
- verstärkte oder andauernde Schmerzen (z. B. Rücken- oder Kopfschmerzen),
- Fibromyalgie,
- Herzrasen oder Herzstolpern,
- plötzliches Einknicken beim Gehen, weil ein Bein oder Fuß plötzlich nachgibt,
- Kraftlosigkeit, plötzliche Unfähigkeit, etwas zu greifen oder eine Flasche zu öffnen,
- anhaltende Erschöpfung, die selbst ausreichend Schlaf nicht kurieren kann,
- überwältigende Schwächegefühle,
- Energielosigkeit, Antriebslosigkeit,
- Unfähigkeit zur körperlichen Entspannung, Getriebenheit, pausenlose Aktivität,
- Schlafstörungen, Schlaflosigkeit,
- Magen-Darm-Probleme,
- extremer Haarausfall,
- usw.
Mögliche Verhaltensfolgen
- Rückzug, Selbst-Isolation,
- Selbstverletzung, Selbstbestrafung,
- Wutanfälle mit kurzer Zündschnur (auch gegenüber den Kindern/Tieren),
- Hyperwachsamkeit,
- verstärkt sensibles Verhalten, z. B. Weinen bei scheinbar banalen Dingen,
- Änderung des Essverhaltens (zu wenig/zu viel essen, Ungesundes essen),
- gesundheitsschädliches Verhalten wie z. B. Rauchen oder nächtelang durchfeiern,
- Betäubung mit Alkohol oder anderen Drogen,
- riskantes Verhalten (z. B. ungeschützter Sex, Spekulation an der Börse, Kaufsucht),
- Verstärkung zwanghafter Verhaltensweisen,
- Verstärkung von Kontrollverhalten (z. B. zehnmal prüfen, ob der Herd wirklich aus ist),
- verstärkte Anhänglichkeit an bestimmte Menschen,
- nichts loslassen können,
- Wohnung vernachlässigen oder das Gegenteil: extrem aufräum- und putzintensives Verhalten,
- usw.
Sind die Folgen wirklich alle negativ?
Diese Folgen erscheinen auf den ersten Blick natürlich negativ. Sie fühlen sich lähmend, schmerzhaft, nervig und total überflüssig an. Du ärgerst dich womöglich über dich selbst, weil du es einfach nicht schaffst, das alles loszuwerden. Vielleicht denkst du sogar, du hättest lieber nichts über Narzissmus und toxische Verhaltensmuster gewusst. Du hättest dich lieber nicht getrennt/den Kontakt abgebrochen/die Gruppe verlassen, wenn du geahnt hättest, dass es dir jetzt noch schlechter gehen würde.
Dieser Gedanke ist absolut normal und verständlich. Du hattest schließlich mit etwas anderem gerechnet. Damit, dass es ab jetzt bergauf gehen und das Leben sehr viel leichter werden würde. Stattdessen scheint dich das Ganze sogar um Längen oder Jahre zurückzuwerfen. Immer, wenn es dir einen Moment lang wieder besser geht, geht es gefühlt wieder zwei, drei, vier Schritte zurück.
Doch das ist ein Trugschluss. So merkwürdig es klingen mag: Ein großer Teil dieser negativen Folgen kann etwas wirklich Gutes sein (vorausgesetzt, es konnten keine medizinischen Gründe dafür gefunden werden).
Warum können die Symptome etwas Gutes sein?
Tatsächlich sind diese Folgen, die dich so zurückwerfen, das beste Zeichen dafür, dass dein Körper und dein Geist dich weiterhin beschützen. Dass sie ihren Job immer noch ausüben, und das auf wirklich tolle Weise. Was bei diesen Symptomen nämlich passiert ist dies:
Dein ganzes System musste auf eine bestimmte Weise funktionieren, um in dieser Beziehung oder Gruppe überleben zu können. Du musstest Zugeständnisse machen, dein Verhalten anpassen und dich bis zur Selbstaufgabe zurückstellen, um den toxischen Menschen zu besänftigen. Um den Frieden zu bewahren und nicht noch mehr negative Folgen (wie z. B. Strafen) spüren zu müssen. Um dich so sicher fühlen zu können, wie es in einer solchen Beziehung oder Gruppe überhaupt möglich ist.
Du hast – vielleicht viele Jahre oder Jahrzehnte lang – unter ständiger, teils extremer Anspannung gelebt. Du bist wie auf rohen Eiern gegangen, hast dir jedes Wort tausendmal überlegt, bevor du dich getraut hast, es zu äußern. Deine Bedürfnisse, deine Wünsche, deine Nöte – all das zählte nicht. Denn alles musste sich immer um den toxischen Menschen/die Gruppe drehen. Du bist immer wieder gegen Mauern gerannt und hast dich an diesem Menschen aufgerieben oder zunehmend aus Angst, Kraft- und Hoffnungslosigkeit klein beigegeben.
Der Ausnahmezustand war Alltag
Normalerweise zeigt sich so etwas direkt in Körper und Geist. Denn in normalen Beziehungen kannst du die Angst äußern, ohne schlimme Folgen befürchten zu müssen. Du musst nicht tagelang überlegen, wie du etwas formulierst. Du musst deine:n Partner:in/die Gruppenführung nicht dauernd mit Samthandschuhen anfassen, gehorsam und unterwürfig sein und deine Bedürfnisse zurückstellen. In normalen Beziehungen würdest du, wenn du dich so verhalten würdest, sofort die Quittung bekommen: Dir würde übel werden, du würdest zittern oder Herzrasen bekommen. Du hättest Magenschmerzen oder Durchfall usw.
Doch in einer toxischen Beziehung befinden sich Körper, Geist und vor allem das Nervensystem in einem permanenten Ausnahmezustand. Sie sind im Dauerstress, und zwar 24/7 (= 24 Stunden, 7 Tage die Woche, also rund um die Uhr, ohne Pause).
Du musstest in dieser Beziehung oder Gruppe wahrscheinlich permanent funktionieren und dich selbst und deine Bedürfnisse gleichzeitig unterdrücken. Du hast dort wahrscheinlich extrem viel mehr hinnehmen und leisten müssen als in all deinen nicht-toxischen Beziehungen und Mitgliedschaften zusammengenommen.
Wahrscheinlich hast du auch sehr viel Angst gehabt, oft ohne dass es dir bewusst war. Diese Angst aber durfte sich nie zeigen. Du musstest sie immer unterdrücken, um nicht zur Angriffsfläche zu werden. Denn du warst in dieser Beziehung/Gruppe nie wirklich sicher. Du konntest dich nie sicher fühlen, weil der toxische Mensch/die Führung das so wollte. Denn je mehr Angst du hattest, desto mehr Macht und Kontrolle hatten sie über dich.
Nach dem Erkennen der erlebten Gewalt musst du das nicht mehr unterdrücken
Nun hast du aber erkannt, was da los war. Wie viel Gewalt du erleben musstest. Wie wenig Hilfe du bekommen hast. Dir ist das Ausmaß, in dem du dich verbiegen musstest, zumindest ansatzweise klargeworden. Dieser Prozess kann eine Zeitlang dauern. Wer mit einem toxischen Elternteil aufwachsen musste, wird mit der Aufarbeitung womöglich noch Jahre zu tun haben.
Für deinen Körper, deinen Geist und dein Nervensystem aber ist jetzt schon ein entscheidender Schritt passiert: Sie müssen ihre natürlichen Reaktionen nicht mehr verstecken, du musst sie nicht mehr unterdrücken. Endlich müssen sie nicht mehr alles zusammenhalten. Sie müssen nicht mehr alles tun, damit du so funktionierst, wie es der toxische Mensch/die Gruppe will.
Weil du erkannt hast, was passiert ist, können sie jetzt loslassen. Du kannst es dir ähnlich vorstellen, wie es von vielen Säugetieren bekannt ist: Erlebt ein solches Tier große Gefahr, wird es sich immer zuerst in Sicherheit bringen. Ist es in Sicherheit, beginnt es ganz doll zu zittern. Vereinfacht gesagt: Mit diesem Zittern verarbeitet das Tier die Gefahr und seine Angst. Sein Körper schüttelt sozusagen die überschüssigen Stresshormone ab, die es nicht mehr braucht, weil es ja jetzt in Sicherheit ist. Damit reguliert das Tier sein Nervensystem. Ist das Zittern vorbei, der Stress abgeschüttelt, kann das Tier wieder ganz ruhig und entspannt seines Weges ziehen.
Deine Symptome zeigen dir, wie schlimm die Beziehung/Gruppe wirklich war
Ähnlich ist es mit den Symptomen, die du nach der Erkenntnis des toxischen Verhaltens erlebst. Es ist ein bisschen wie ein Staubecken, in das ständig Wassermassen nachfließen (all deine unterdrückten Gefühle stauen sich an). Und dann brechen plötzlich die Dämme. All das, was sich (teils über Jahrzehnte) in dir angestaut hat, läuft jetzt über. Es scheint wie eine riesige Welle über dich drüberzuschwappen. Und du spürst jetzt plötzlich all die Angst, die Wut, all die Gefühle, die du in der ganzen Zeit unterdrücken musstest.
Das geht jetzt, weil du in Sicherheit bist. Du bist dem toxischen Menschen und seiner Gewalt nicht mehr ausgeliefert. Du hast erkannt, was dieser Mensch getan hat, du hast Worte dafür und vielleicht auch schon erste Informationen über den besten Schutz davor. Dein Körper kann jetzt die angestauten Stresshormone abbauen. Dein Geist kann sich erholen. Dein Nervensystem kann sich jetzt nach und nach neu kalibrieren.
Auch das kann eine Zeitlang dauern. Erst recht, wenn dich die Erkenntnis dieses ungeheuren Verrats retraumatisiert hat. Oder wenn du dich noch nicht in einer ganz sicheren Umgebung befindest (z. B. weil du einen toxischen Nachbarn hast, der dir sehr zusetzt). Doch dein Körper fühlt sich zumindest mit dir jetzt sicher genug, um loslassen zu können.
Haben deine Symptome keinen medizinischen Grund, dann spürst du jetzt all das, was du in der toxischen Beziehung unterdrücken musstest. Je länger die Beziehung/deine Mitgliedschaft andauerte, desto heftiger und geballter können die Symptome ausfallen. Sie zeigen dir, wie schlimm die Beziehung/Gruppe wirklich für dich war. In welcher anhaltenden Gefahr du dich befunden hast. Und du reagierst ganz normal darauf mit veränderten Verhaltensweisen, die dir vorübergehend neue Sicherheit vermitteln.
Die Symptome zeigen dir jetzt, wo deine (Selbst-) Versorgungslücken liegen
Du wirst vielleicht denken, dass das womöglich jetzt immer so sein wird. Dass die Haare nie wieder nachwachsen, dass du bis an dein Lebensende Kribbeln in den Beinen oder Panikattacken haben wirst. Doch sind diese Symptome eine Botschaft deines Körpers, deines Geists und deines Nervensystems an dich.
Denn an diesen Symptomen kannst du erkennen, worum du dich ganz besonders gut kümmern solltest. Wo du dringenden Nachholbedarf hast oder die Chance hast, zum ersten Mal überhaupt sanfte Selbstfürsorge zu betreiben. Oder auch wo du vielleicht professionelle Hilfe benötigst (und das ist absolut nichts, wofür du dich schämen müsstest!).
Es kann also tatsächlich etwas richtig Gutes sein, dass du diese Symptome nun hast. Denn dank ihnen weißt du, dass die unmittelbare Gefahr durch den toxischen Menschen vorbei ist. Dass dein Körper sich nun sicher fühlt und dir vertraut, dass du dich ab jetzt (wieder) um deine Bedürfnisse kümmerst. Dass du dich (wieder oder zum ersten Mal) an die 1. Stelle setzt. Um deinen Körper, dein Nervensystem und deinen Geist wieder in eine gesunde Balance zu bringen und heilen zu können.

