Das Toxiversum-Glossar.
Begriffe aus dem Toxiversum leicht verständlich erklärt
Data-Mining
Data-Mining ist das bewusste Sammeln von möglichst vielen intimen, vertraulichen, negativen, kompromittierenden, peinlichen und schädlichen Daten und Fakten über ihr Opfer und andere Personen, oft unter dem Versprechen, alles „selbstverständlich für sich zu behalten“. Das Ziel ist, diese Personen in der Hand zu haben und die Daten und Fakten jederzeit dafür nutzen zu können, sie klein zu halten, unter Druck zu setzen, sich zu Willen zu machen, zu erpressen und sich an ihnen zu rächen, z. B. durch Rufschädigung mit Hilfe der (allerdings meist verdrehten) Daten und Fakten.
Enabler:innen
Enabler:innen (von engl. „to enable“: zu ermöglichen, zu befähigen) sind jene Personen, die (meist bewusst) wegsehen, wenn ein toxischer Mensch Gewalt ausübt, und sein Verhalten verharmlosen und kleinreden. Sie verbreiten die Narrative toxischer Menschen unwidersprochen und reden so gut über sie, dass sie sie und ihr Handeln anderen gegenüber legitimieren. Dadurch, sagt die Narzissmus-Expertin Dr. Ramani Durvasula, füttern sie „das Monster“ nicht nur, sie multiplizieren es. Und sie verunsichern dadurch die Opfer toxischer Menschen, denn aufgrund dieser Legitimation hinterfragen die sich automatisch stärker und glauben noch eher, dass sie selbst an den Beziehungsproblemen schuld wären. Dadurch sind Enabler:innen mindestens genauso schädlich wie toxische Menschen. Mehr über sie findest du in dem Artikel „Wer oder was sind Enabler:innen?“
Femizid
Als Femizid bezeichnen wir einen Mord an einer Frau durch einen Mann, der ihn nur verübt, weil es sich bei dem Opfer um eine Frau handelt, die nicht das getan hat, was sie seiner Meinung nach gefälligst hätte tun sollen (ihm gehorchen, sich nicht von ihm trennen, nicht das Sorgerecht für die Kinder bekommen, kein neues, glückliches Leben beginnen o. Ä.). In seiner Selbstherrlichkeit und mit einer abgrundtiefen Eifersucht und Rachsucht glaubt er irrigerweise, das Recht zu haben, diese Frau umzubringen. Immer öfter bringen solche Männer auch die gemeinsamen Kinder und den neuen Partner der Frau mit um.
Flashback
Ein emotionaler Flashback (zu Deutsch: Wiedererleben) bedeutet, in einer Situation aufgrund eines gerade erlebten, gefühlten oder sogar geträumten Auslösers („Triggers“) die gleichen (oder sehr ähnlichen) Gefühle zu erleben, wie man sie bereits in früheren, traumatisierenden Situationen erlebt hat. Ein solches Wiedererleben geschieht meist unbewusst. Man bemerkt nur, dass man eine sehr belastende Situation erlebt, zieht aber keine bewusste Parallele zu dem Erlebten aus der Vergangenheit. Das Unbewusste daran kann die negative Wirkung noch verstärken, da man sich diese Reaktionen im Jetzt gar nicht erklären kann. Besonders dann, wenn der aktuelle Anlass für diese Reaktion sehr gering und gar nicht so schlimm zu sein scheint.
Flying Monkeys
Flying Monkeys (benannt nach den Geflügelten Affen aus „Der Zauberer von Oz“ von Lyman Frank Baum) sind jene Menschen, die dem toxischen Menschen bereitwillig zur Seite springen, das, was er ihnen sagt, (oft vorbehaltlos) glauben und in seinem Auftrag auf sein Opfer einwirken, damit es (wieder) tut, was der toxische Mensch will und sich ihm unterordnet. Mehr über sie kannst du in dem Artikel „Wer und was sind Flying Monkeys?“ lesen.
Future-Faking
Future-Faking ist Teil des Gaslightings. Es ist das Versprechen und Vortäuschen einer Zukunft, die es so nie geben wird. Toxische Menschen täuschen z. B. vor, alles (= ihr Verhalten dir gegenüber) würde besser, wenn sie erst die Beförderung bekommen, die Prüfung absolviert, den Auftrag abgeschlossen hätten. Oder sie versprechen, sich zu ändern, eine Therapie zu machen, dir dein Geld zurückzuzahlen usw., wenn du ihnen jetzt erst einmal entgegenkommst. Also hältst du noch eine Zeitlang durch. Doch es bessert sich gar nichts oder wenn doch, dann immer nur vorübergehend. Und bald ist alles wieder beim gewalttätigen Alten.
Gaslighting
Gaslighting ist die bewusste Irreführung und Manipulation von Menschen, um Kontrolle und Macht über sie zu gewinnen. Toxische Menschen setzen deine Wahrnehmung, deine Erinnerungen, deine Gefühle und dein Fachwissen durch Täuschung, Manipulation und Lügen außer Kraft, mit dem Ziel, dich so zu destabilisieren, dass du den toxischen Menschen als vermeintlich einzig wahre, klügste Instanz anerkennst, die angeblich nur dein Bestes will, und ihm fortan alle Macht und Kontrolle über dich übergibst. Tust du das nicht, wird er versuchen, dich zu nötigen, dich entweder in Therapie zu begeben oder in die Psychiatrie einweisen zu lassen. Mehr dazu findest du hier: Was ist Gaslighting und woran kannst du es bei einem Menschen erkennen?
Green Flags
Green Flags sind das Gegenteil der Red Flags (Warnsignale): Sie sind jene Signale, Eigenschaften und Handlungen, die dir für die Beziehung mit einem bestimmten Menschen grünes Licht geben können. Das heißt, sie können anzeigen, dass dieser Mensch für dich sicher ist und die Beziehung gewaltfrei sein wird.
Hoovering
Hoovering (benannt nach dem Staubsauger „Hoover“) ist die Methode toxischer Menschen, ein einstiges Opfer erneut „anzusaugen“, d. h. es erneut unter seine Kontrolle zu bekommen. Dazu nutzen diese Menschen Taktiken, die denen des Love-Bombings ähneln. Mehr über Hoovering findest du hier: Red Flags/toxische Warnsignale: Hoovering.
Intermittierende Verstärkung
Intermittierende Verstärkung ist die Methode, einem Opfer zwischendrin immer wieder zu suggerieren, dass die Beziehung gut und ganz normal wäre. Dann gibt sich dieser Mensch wieder so respektvoll, zugewandt, freundlich oder liebevoll und großzügig wie in der Frühphase der Beziehung. Da kann es ein unerwartetes Lob geben, eine plötzliche Liebeserklärung, ein überraschendes Geschenk, eine bislang strikt abgelehnte Gehaltserhöhung, eine unverhoffte Auszeichnung oder Beförderung, aber auch eine besondere Aufmerksamkeit, Einladung o. Ä. Damit versucht er, dich nach negativem Verhalten, das dich fertig gemacht hat, nach Beziehungs-Durststrecken und besonders schlimmen Zeiten wieder an sich zu binden. Hast du in letzter Zeit z. B. überlegt, dich von dem toxischen Menschen zu trennen, den Job, die Wohnung zu kündigen, das Ehrenamt hinzuwerfen oder etwas gegen den toxischen Menschen und seine Machenschaften zu unternehmen, dann sollst du mit einer intermittierenden Verstärkung bei Laune gehalten werden, um dem toxischen Menschen für seine Gewalt weiter zur Verfügung zu stehen oder ihn wieder in Ruhe sein Ding machen zu lassen. Die intermittierende Verstärkung ist ein wichtiges Werkzeug für die Traumabindung (s. u.), mit der toxische Menschen ihre Opfer so stark an sich binden, dass die es selbst bei stärkster Gewalt kaum schaffen können, die Beziehung zu beenden.
Kognitive Dissonanz
Kognitive Dissonanz ist ein als unangenehm empfundener Zustand deines Gehirns, das zwei widersprüchliche oder einander ausschließende Dinge nicht überein bringen kann. Z. B. hat dir der toxische Mensch vor zwei Minuten zugesagt, etwas zu tun, doch jetzt behauptet er, das nie gesagt zu haben. Oder er sagt dir, du seist der klügste Mensch, den er kenne, und dann wertet er immer wieder Dinge ab, die du sagst, und macht sich darüber lustig. Toxische Menschen versuchen, mit Hilfe zahlreicher solcher kognitiven Dissonanzen, deine Fähigkeit außer Kraft zu setzen, Dinge korrekt wahrzunehmen, zu benennen und einzuordnen. Damit wollen sie dich verwirren, dir jede Deutungshoheit (die sie sowieso fast immer für sich selbst beanspruchen) über alles Wichtige und Unwichtige in eurer Beziehung oder auf deinem Fachgebiet absprechen und dich in einem anhaltenden Zustand der Unsicherheit halten, da du dadurch leichter zu kontrollieren und zu dominieren bist. Denn fortan wollen sie dir sagen, was du zu denken, wie du es zu benennen und einzuordnen hast.
Love-Bombing
Love-Bombing ist das vorübergehende Überschütten mit Liebe/Freundlichkeit, Zuwendung, Verständnis, Vertrautheit und Entgegenkommen durch den toxischen Menschen zu Beginn einer Beziehung. Das Ziel des toxischen Menschen ist dabei, das Opfer schnellstmöglich von seinen vermeintlichen Qualitäten und Vorteilen sowie der Notwendigkeit einer Beziehung zu überzeugen. Dazu täuscht er eine vermeintliche Seelenverwandtschaft vor, behauptet, deckungsgleiche Erlebnisse und Ansichten zu haben wie sein Opfer und dessen Geschmack in wichtigen Dingen zu teilen. Das Opfer kann nicht ahnen, dass all das zum Großteil gelogen ist und geht diesem Menschen deshalb blitzschnell ins Netz. Die Love-Bombing-Phase währt meistens nicht sehr lang – sie hört in der Regel spätestens dann auf, wenn das Opfer tut, was er will (diesen Menschen heiratet, zu ihm zieht, den Job antritt, ihm alles Geld übergeben oder einen ruinösen Vertrag unterschrieben hat usw.). Mehr zu diesem Thema findest du hier: Red Flags/toxische Warnsignale: Love-Bombing.
Mindfuck
Ein Mindfuck ist – entschuldige bitte die krude Ausdrucksweise – ein „Hirnschiss“ durch einen toxischen Menschen. Er versucht, deine Wahrnehmung, deinen Instinkt, deine Erfahrungen und dein Wissen mit Hilfe verschiedener Methoden durch seine verworrenen, im negativen Sinn durchgeknallten und oft schlicht erfundenen Theorien und Aussagen zu ersetzen, um seine Ziele zu erreichen.
Minions
Minion ist der englische Begriff für Lakai:in. Bei ihnen handelt es sich um Menschen, die ihren Vorgesetzten als verlängerter Arm blind gehorchen. Sie tun alles, was ihnen aufgetragen wird, ohne über das Für und Wider oder die Folgen nachzudenken. Wie das geht, kannst du heute in stark verniedlichter Form in den Minions-Filmen „Ich – Einfach Unverbesserlich“ sehen.
Narzisstisches Futter/narzisstische Zufuhr
Narzisstisches Futter (oder auch narzisstische Zufuhr) ist die emotionale Versorgung eines narzisstischen Menschen, durch die er sich wichtig, groß, mächtig und in Kontrolle fühlen kann. Er bekommt dieses Futter z. B. durch Aufmerksamkeit, Bestätigung, Anerkennung und Bewunderung, aber auch durch eine negative emotionale Reaktion. Wirst du z. B. aufgrund eines von diesem Menschen erfundenen Vorwurfs wütend und zeigst dies auch, ist das herrliches Futter für diesen Menschen. Denn er denkt: „Ich bin mächtig, weil ich so starke Gefühle in dieser Person auslösen kann!“
Projektion
Stell dir einen Beamer vor, der ein Bild an eine Wand „wirft“ (projiziert): So ungefähr funktioniert die Projektion bei einem toxischen Menschen. Er projiziert seine eigenen Charakterzüge, Eigenschaften, Verhaltensweisen, Handlungen und Worte auf dich und bescheinigt sich selbst eine reine Weste. Allerdings sind das immer nur die negativen Dinge, nie die positiven. Er ist z. B. selbst sehr faul, wirft dir aber vor, faul zu sein. Oder er hat mal wieder ein Versprechen nicht gehalten, wirft aber dir vor, das nicht getan zu haben. Die Projektion ruft in dir eine kognitive Dissonanz (s. o.) hervor und verwirrt dich, denn du kannst diese Widersprüche einfach nicht übereinbringen.
Radikale Akzeptanz
Radikale Akzeptanz bedeutet, endgültig die Hoffnung aufzugeben, dass ein toxischer Mensch sich und sein Verhalten jemals ändern wird. Denn er wird es nicht tun. Nicht für dich und nicht für andere. Selten tut er es, wenn es ihm einen massiven Vorteil bringt. Und selbst dann ist die Veränderung meist nur vorübergehend. Warum ist diese Akzeptanz radikal? Weil du wahrscheinlich schon seit Beginn der Beziehung zu dem toxischen Menschen versuchst, ihn dazu zu bringen, sein Verhalten endlich zum Positiven zu verändern, endlich die Gewalt seinzulassen, dich endlich als Mensch und wertvolles Wesen anzuerkennen, das Respekt verdient. Nun einzusehen, dass er sich nie ändern wird, ist meist sehr schwer. Und es ist daher ein radikaler Schritt, vollständig darauf zu verzichten, sein Verhalten weiterhin verändern zu wollen oder darauf zu hoffen, dass sich doch einmal langfristig und nachhaltig etwas ändern wird. Denn das wird es nicht.
Red Flags
Red Flags sind die Signale, die immer wieder aufflackern, um dich davor zu warnen, dich weiter auf einen bestimmten Menschen einzulassen.
Selbst-Gaslighting
Selbst-Gaslighting heißt, sich selbst zu gaslighten, also dir selbst genau das anzutun, was der toxische Mensch dir angetan hat (s. Gaslighting). Dazu gehören bspw. toxische Gedanken wie diese: dass du vor dir selbst kleinredest, dass du Schlimmes erlebt hast; dass der toxische Mensch gar nicht gemeint hat, was er gesagt hat; dass du es nicht wert bist, mit dir zusammenzusein, zusammenzuarbeiten, zusammenzuleben usw.; dass du dir einredest, du seist zu empfindlich und würdest überreagieren. Mehr dazu findest du in dem Artikel „Selbst-Gaslighting: Was ist das?“.
Täter-Opfer-Umkehr
Die Täter-Opfer-Umkehr (auch Schuldumkehr oder Victim-Blaming genannt) ist ein Mittel toxischer Menschen, mit dessen Hilfe sie sich selbst als das angeblich „eigentliche Opfer“ darstellen, das unter dem tatsächlichen Opfer angeblich zu leiden hat. Auch wir als Gesellschaft praktizieren diese Täter-Opfer-Umkehr häufig, wenn wir zuerst nach der vermeintlichen „Mitschuld“ des Opfers suchen, bevor wir überhaupt das Handeln des Täters ausreichend untersucht und eingeordnet haben.
Toxisch
In seiner ursprünglichen medizinischen bzw. biologischen Definition steht dieses Wort für eine giftige Wirkung auf Organismen. Im übertragenen Sinne steht es heute für das sehr bösartige, gefährliche, schädliche, zermürbende und leider allzu oft auch zerstörerische und tödliche Verhalten bestimmter (toxischer) Menschen.
Toxische Beziehung
Eine toxische Beziehung ist eine Beziehung zu einem toxischen Menschen. Sie kann in allen Lebensbereichen vorkommen: in einer Partnerschaft/Ehe, Familie, Freundschaft, bei der Arbeit, in der Freizeit, rund um das Zuhause. Es kann eine kurzfristige Beziehung sein (z. B. Lebensabschnitt, Nachbarschaft, befristeter Job) oder auch eine lebenslange (z. B. Eltern, Geschwister). Eine toxische Beziehung hat immer negative, teilweise sogar verheerende Auswirkungen auf die betroffene Person.
Toxische Gedanken
Ein toxischer Gedanke ist ein Gedanke, den du hast, weil du entweder gegaslightet wirst oder du dich selbst gaslightest. Ein toxischer Gedanke wirkt bösartig, zermürbend und zerstörerisch. Mit ihm führst du fort, was der toxische Mensch dir immerzu eingeredet hat, z. B., dass du zu nichts taugst, dass du nichts kannst oder dass du hässlich bist. Toxische Gedanken führen jedoch auch dazu, dass sich deine Gedanken in immer demselben toxischen Teufelskreis bewegen wie z. B. dass du doch nur dies oder jenes hättest tun müssen, um die Beziehung zu retten, oder dass du dem toxischen Menschen nur etwas mehr hättest entgegenkommen müssen, damit er dir nicht gekündigt hätte. Doch nichts davon ist wahr, und nichts davon hätte funktioniert.
Toxischer Fanclub
Der toxische Fanclub besteht aus Flying Monkeys und Enabler:innen (zu deren Erklärungen siehe weiter oben).
Toxischer Missbrauch
Zwar scheint „toxischer Missbrauch“ auf ersten Blick ein Pleonasmus zu sein (also eine Dopplung sinnähnlicher Wörter). Denn Missbrauch ist immer toxisch. Hier wird er allerdings zusätzlich mit dem Wort toxisch versehen, um damit das gesamte Spektrum möglichen Missbrauchs abzudecken, nicht nur eine einzelne Art von Missbrauch (z. B. sexuellen Missbrauch).
Toxische Positivität
Toxische Positivität ist das Unterdrücken und Abwenden von negativen Gedanken und Erlebnissen mit dem Ziel, nur Positives in das eigene Leben zu lassen. Doch hat dieser „Alles wird gut“-Zwang nicht nur für eine:n selbst negative Auswirkungen (siehe diesen Spektrum-Artikel). Besonders gefährlich kann er für Opfer toxischer Menschen sein, wenn andere ihnen Verständnis und praktische Hilfe in Notsituationen verweigern, einfach weil sie nichts Negatives hören wollen.
Toxisches Verhalten
Toxisches Verhalten steht für ein Verhalten, dessen Zweck es ist, die Ziele jener Person zu erreichen, die dieses toxische Verhalten an den Tag legt. Einige der typischen Methoden findest du hier: „Toxische Methoden“. Es beinhaltet, dass es derjenigen Person, die sich so verhält, ziemlich bis völlig egal ist, welche Folgen ihr Verhalten hat. Ob es jemandem damit sehr schlecht geht und krank macht, ob ein Unternehmen deshalb bankrott geht, ob das Verhalten eine Bankenkrise auslöst oder Krieg und Verderben über ganze Länder bringt.
Toxiversum
„Toxiversum“ ist eine Verkürzung für „toxisches Universum“ und steht für die realexistierende Parallelwelt, in der toxische Menschen ernsthaft glauben, das Recht zu haben, ahnungslose Opfer für ihre eigenen Ziele zu manipulieren, zu kontrollieren, zu tyrannisieren, zu dominieren und zu Regeln zu zwingen, an die sie sich selbst aber nicht halten. Sie glauben, sie haben das Recht, die Seele, den Körper und das Leben ihrer Opfer zu zerstören. Es kümmert sie nicht im Geringsten, was sie damit ihren Opfern, der Gesellschaft und der Wirtschaft antun. Mehr hierzu auch unter „Das Toxiversum“.
Trauma
Der Begriff „Trauma“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Verwundung/Wunde/Verletzung/Schaden/“. In unserem Zusammenhang ist es eine schwere seelische Verletzung aufgrund von erlebter schwerer und/oder andauernder seelischer, emotionaler und/oder körperlicher Gewalt. Es kann in dir starke Gefühle auslösen wie z. B. Angst, Hilflosigkeit und Verzweiflung. Und es kann zu langfristigem seelischen und körperlichen Leiden führen.
Traumabindung
Traumabindung ist die emotionale Abhängigkeit eines von toxischer Gewalt betroffenen Opfers von einem toxischen Menschen. Sie setzt den natürlichen Selbsterhaltungstrieb und die natürlichen Reflexe von Flucht oder Abwehr außer Kraft und ersetzt all das einerseits durch Versuche des Opfers, sich möglichst unauffällig, zugeneigt/liebevoll und/oder unterwürfig zu verhalten, um nicht weiteren Zorn, Willkür und Gewalt auf sich zu ziehen. Andererseits entwickelt das Opfer scheinbar normale Gefühle dem toxischen Menschen gegenüber, steht für ihn ein und stellt sich trotz der Gewalt schützend vor ihn. Traumabindung ist ein wichtiger Schlüssel zum Verständnis dafür, warum Opfer es so lange mit toxischen Menschen aushalten, selbst wenn es ihnen in diesen Beziehungen unfassbar schlecht geht.
Triangulation
Bei der Triangulation nimmt der toxische Mensch eine dritte Person zu Hilfe (z. B. einer Affäre, Ex-Partner:in, andere Menschen aus seinem Umfeld oder dem des Opfers), um sein Opfer zu destabilisieren, um es zu starken, emotionalen Reaktionen zu drängen (z. B. Eifersucht, Wut, Angst – für die er es anschließend „hysterisch“ nennen, ihm angebliche „Wahnvorstellungen“ und „Paranoia“ vorwerfen und eine Therapie vorschlagen wird). Damit will er sein Opfer stärker kontrollieren können und es dazu bringen, ihm zukünftig besser zu gehorchen, mehr zu Willen zu sein und nicht länger gegen seine Ansagen, Anordnungen und Wünsche aufzubegehren.
Verratstrauma
In einer engen Beziehung zu einem Menschen, dem du vertraust und von dem du z. B. emotional abhängig bist, entsteht ein Verratstrauma wenn dieser Mensch dein Vertrauen missbraucht, dich und eure Verbindung, eure Abmachungen verrät, deine Gesundheit und dein Wohlergehen aufs Spiel setzt und dich dadurch traumatisiert.
Wortsalat
Toxische Menschen lieben Wortsalat, eine Taktik des Gaslightings (s. o.). Zum einen hören sie sich selbst wahnsinnig gerne reden, weil sie glauben, furchtbar klug zu sein. Zum anderen reden sie, um ihre Opfer, aber auch ihren toxischen Fanclub, völlig in die Irre zu führen. Sie klingen beim ersten Hören sehr klug und überzeugend, sodass manche Leute sie für das Nonplusultra halten. Doch ergeben ihre Worte nur teilweise Sinn, ihre Sätze sind manchmal so wirr und ihre Herleitungen und „Beweise“ so hanebüchen, dass ihre Opfer ihre Gehirne gar nicht genug entknoten können, um sie auch nur ansatzweise zu verstehen. Nur die Wenigsten erkennen leider, dass sich hinter den vermeintlich klugen Worten häufig nichts weiter als ziemlich dummer, oft nur schnell zusammengegoogelter Bullshit verbirgt. Und dann gibt es toxische Menschen, die von vornherein ziemlich dumm klingen, denen aber insbesondere ihre Enabler:innen so viel Legitimation verleihen, dass sehr viele (normalerweise wirklich kluge) Menschen ihrem kruden Wortsalat ernsthaft Glauben schenken. Das, was sie nicht verstehen, führen sie dann auf ihre eigenen Unzulänglichkeiten zurück, die ihnen toxische Menschen (in reiner Projektion, s. o.) immer wieder vorwerfen.
Zwangskontrolle
Zwangskontrolle (engl. „coercive control“) ist die komplette Methodensammlung toxischer Menschen, mit der sie einen anderen Menschen dazu bringen wollen, ihnen zu Willen zu sein, oder mit der sie ihn sogar vollständig brechen und alles, was ihn ausmacht, zerstören wollen. Sie benutzen dazu Taktiken wie Gaslighting, Isolation, Triangulation, Kontrolle des täglichen Lebens (Nahrungsaufnahme, Zeit, Arbeit, Finanzen, Umgang mit anderen Menschen, Kleidung, Schlafenszeiten usw., aber auch bspw. Hinterherspionieren und Stalking), Beschimpfung, Herabwürdigung, Demütigung, Erpressung, Drohung u. v. m.