Wenn der Rausch der Verliebtheit in Gewalt endet: Idas Geschichte

Als Thorsten ihr mit zweijähriger Verspätung zum Tod ihres Mannes kondolierte, ahnte Ida nicht, dass sie ihn schon fünf Monate später im Rausch der Verliebtheit heiraten würde. Und dass er ihr danach furchtbare seelische, emotionale und sogar körperliche Gewalt antun würde. Dies ist Idas Geschichte.*

Ida war viel zu früh Witwe geworden – sie war gerade einmal 50 Jahre alt, als ihr Mann starb. Die zwanzig gemeinsamen Jahre waren gute Jahre gewesen, mit den ganz normalen Höhen und Tiefen, aber immer von gegenseitigem Respekt und Zuneigung geprägt. Idas Trauer war entsprechend groß.

Seine erste Mail behagte ihr nicht

„Neben dem großen Verlust reihen sich so viele kleine Verluste aneinander“, sagt sie. „Die haben mich selbst an guten Tagen manchmal in ein tiefes Loch gerissen.“ Und sie musste ihr ganzes Leben neu organisieren, von den Finanzen bis hin zu all den kleinen Dingen, die sie täglich mit ihrem Mann zusammen gemacht hatte.

Auf der Suche nach seelischer Unterstützung in dieser speziellen Situation knüpfte Ida Kontakt zu anderen Verwitweten und fand dort Trost und Hilfe. Auch ihr Beruf war hilfreich, weil sie sich dabei auf etwas anderes konzentrieren konnte als das jeweilige Loch, in dem sie sich gerade befand.

Und dann kam eines Tages eine E-Mail von Thorsten. Sie hatte ihn vor vielen Jahren kennengelernt, doch sie hatten schon sehr lange so gut wie keinen Kontakt mehr. Dass er ihr nun, zwei Jahre nach dem Tod ihres Mannes, per Mail kondolierte und dabei sehr persönlich wurde, behagte ihr nicht. Sie bedankte sich höflich in einer knappen Antwort und dachte, das war’s.

Fünf Monate später wollten sie heiraten

Doch Thorsten wollte mehr. „Gleich unser erstes Telefonat war sechs Stunden lang“, sagt Ida. Sie hatten sich viel zu erzählen. „Und ich war nach dem Tod meines Mannes bedürftig.“ Sechs Wochen später wurden Ida und Thorsten ein Paar.

Als sie nur kurze Zeit später ihren Freundinnen und Freunden erzählte, dass sie ihn heiraten wolle, waren die entsetzt: Nach nur fünf Monaten heiraten? Das kann nicht gut für sie sein! Sie brachten eine Menge guter Argumente gegen dieses überstürzte Tempo und ihre Pläne vor. Doch Ida schlug alle Warnungen in den Wind. „Ich war wie im Rausch. Ich war die erste Frau, die er je hatte heiraten wollen!“ Selbst die besten Argumente konnten sie nicht erreichen.

Der Rausch legte sich bald. Es hatte anfangs schon Anzeichen gegeben, dass irgendetwas am Verhalten ihres Mannes merkwürdig war. Sprach sie ihn darauf an, wiegelte er mit Worten ab wie: „Mit jemandem wie mir hast du es bislang noch nie zu tun gehabt. Ich bin eben besonders.“

Um des lieben Friedens willen gab sie nach

Der erste deutliche Bruch in dieser Ehe kam nach sechs Monaten. „Wir waren auf einer Party. Ich kannte niemanden dort. Thorsten hat mich einfach stehenlassen, ohne auch nur ein Wort zu sagen, und sich nur mit anderen unterhalten. Nachdem er wiederkam, sagte ich ihm, dass es in Ordnung sei, wenn er mit anderen rede. Doch sich wortlos umzudrehen und mich stehen zu lassen, fände ich nicht o. k. Er müsse mir wenigstens die Gelegenheit geben, mich anders zu orientieren, statt mich zu behandeln, als sei ich gar nicht da. Als ob er meine Worte nicht gehört hatte, ließ er mich kurz darauf ein zweites Mal einfach stehen. Und danach ein drittes Mal. Ich wurde, wie ich finde, zu Recht wütend und wies ihn noch einmal darauf hin, dass er mich behandele wie Dreck. Daraufhin wurde er stinksauer und behauptete, ich würde ihm alles verderben. Wir würden jetzt gehen, weil ja ich mich vermeintlich nicht benehmen könne. Das konnte ich so natürlich nicht stehen lassen. Danach behandelte er mich wie Luft.“ Es war der erste große Fragezeichen-Moment. Ida wusste auf einmal nicht mehr, woran sie bei Thorsten war. Aber weil sie wollte, dass alles wieder so wird wie am Anfang der Beziehung, entschuldigte sie sich bei ihm. Heute weiß sie, dass es umgekehrt hätte sein müssen: Thorsten hätte sich bei ihr entschuldigen müssen. Zwar dachte sie das damals schon, doch um des lieben Friedens willen gab sie nach. „Ich wollte, dass es klappt, dass unsere Beziehung funktioniert.“

Er verlangte Perfektion, schaffte es aber nicht mal, seinen eigenen Teller in die Spülmaschine zu stellen

Das unerklärliche, merkwürdige Verhalten Thorstens weitete sich aus. Er unterstellte Ida Fehler, die er selbst zu verantworten hatte. Sie konnte ihm nichts mehr recht machen. „Er warf mir vor, alles falsch zu machen, was ich anpackte“, sagt sie. „Dass mein Gedächtnis ein Sieb sei. Dass ich mich immer wieder falsch erinnern würde. Dass ich nichts auf die Reihe bekam. – All das von einem Mann, der es nicht einmal schaffte, seinen eigenen Teller nach dem Essen in die Spülmaschine zu stellen!“

Dennoch wollte er immer alles perfekt haben. So scheuchte er sie beispielsweise tagelang durch Baumärkte und Einrichtungsgeschäfte, nur um die „richtigen“ Einrichtungsgegenstände für die gemeinsame neue Wohnung auszusuchen. Sie musste die infrage kommenden Gegenstände auflisten und zu jedem einzelnen Details hinzufügen wie sein Abschneiden bei der Stiftung Warentest, das Preis-Leistungsverhältnis sowie eine Begründung, warum er sich für die gemeinsame Wohnung eignete. „Ich wusste am Ende so viel über verschiedene Fabrikate, dass ich bei »Wetten, dass..?« hätte mitmachen können“, sagt Ida. Und trotzdem war ihre Liste am Ende wieder einmal nicht gut genug. Es folgten endlose Diskussionen, in denen er sie immer wieder belehrte und behauptete, er wolle doch nur, dass sie „ihr volles Potenzial ausschöpfe“.

„Das alles hat unheimlich viele meiner Ressourcen gebunden“, sagt sie, „und ich habe mich oft gefragt: Warum tue ich mir das eigentlich an? Aber ich dachte, es gibt ja immer mal Durststrecken in Beziehungen, da muss ich durch. Und es gab zwischendrin immer auch richtig schöne Momente.“ Momente, die ihr Hoffnung gaben.

Die schönen Momente hielten nie an

Doch diese Momente hielten nie an. Und es wurde immer schlimmer. Verließ Thorsten die Wohnung, tat oder sagte er jedesmal etwas, das sie verwirrte oder sauer machte. Heute weiß sie, dass er nur wollte, dass sie in seiner Abwesenheit ständig an ihn dachte. Thorsten verlangte von Ida, das zu tun, was er wollte, machte selbst aber immer das Gegenteil dessen, worum Ida ihn bat. Er trampelte über all ihre Gefühle hinweg, ließ sie nicht zu Wort kommen und zeigte ihr gegenüber kein normales menschliches Verhalten mehr. Kompromisse waren mit ihm nie möglich. Er war immer wieder unzuverlässig. Und er demütigte sie, teilweise auch vor anderen Leuten, verkleidete seine verletzenden Spitzen aber als „Witze“.

„Mir ging es in dieser Zeit wirklich dreckig“, sagt sie. „Ich konnte kaum noch essen, habe unglaublich abgenommen. Denn ich wusste bei jedem Gespräch: Jetzt macht er mich wieder runter. Und zum ersten Mal in meinem ganzen Leben habe ich berufliche Termine nicht einhalten können.“ Die Erkenntnis, dass Thorsten nicht mehr der Mann war, den sie geheiratet hatte, war für sie wie ein Schlag in die Magengrube, sagt sie. „Ich wollte, dass alles wieder gut wird, aber das wurde es nicht. Mich hat das sehr verwirrt, ich wusste nicht, wie ich damit umgehen sollte. Und ich begann, an mir und meinen Fähigkeiten zu zweifeln. Aber einen anderen Mann wollte ich zu dem Zeitpunkt nicht – ich hatte diesen ja geheiratet. Nur konnte ich nicht damit leben, wie er mich behandelte. Ich wusste nie, was er als nächstes tut, ob er vielleicht für immer weggeht. Und weil ich ihn nicht verlieren wollte, war ich zu Zugeständnissen bereit, die ich niemals für irgendjemand anderen gemacht hätte. Ich wusste zudem, wenn ich mich von ihm trenne, bin ich für ihn der Feind. Davor hatte ich Angst. Er wusste das, und spielte permanent mit dieser Angst.“

Das Gift dieses Mannes war in jeder ihrer Zellen

Das Gift, das ihre Beziehung durchzog, spürte sie bald auch körperlich. Als Thorsten wieder einmal einen Monolog darüber hielt, wie großartig er doch sei, wusste Ida, dass all das, was er sagte, gelogen war, und musste sich übergeben. Das Gift, sagt sie, befand sich in jeder ihrer Zellen.

Ansonsten ignorierte er sie immer öfter, ging alleine aus, blieb manchmal die ganze Nacht weg und war nicht für sie erreichbar. Doch es passte ihm überhaupt nicht, als sie, statt auf ihn zu warten, irgendwann begann, sich in seiner Abwesenheit schöne Abende zu machen. Dass sie ausging und neue Leute kennenlernte. Belehrte er sie wieder, dass sie etwas angeblich nicht gut genug gemacht habe, sagte sie ihm schließlich, er solle seinen Kram alleine machen. Denn sie wusste, dass es egal war, wie sehr sie sich anstrengte. Es reichte ihm nie.

Als die Konflikte schließlich eskalierten, gipfelten sie in körperlicher Gewalt durch Thorsten. Doch er behauptete ganz dreist, Ida sei selbst schuld daran, er habe ja nur auf ihr Verhalten reagiert. Die typische Täter-Opfer-Umkehr. Ida dagegen hätte bis zu dem Moment der ersten Tätlichkeit geschworen, dass Thorsten ihr nie, niemals, etwas antun würde. Doch liegt verbale, seelische und emotionale Gewalt leider nie weit von körperlicher Gewalt entfernt.

Und dann fand Ida eines Tages heraus, dass es sich bei Thorsten allem Anschein nach um einen Narzissten handeln musste. Einen, so las sie in verschiedenen Fachbüchern, mit dem eine Beziehung absolut nicht möglich sei, wenn man sich selbst nicht völlig aufgeben wolle. „Das zu lesen war fürchterlich“, sagt sie. „Es schien mir alles ausweglos. Ich fragte mich: Wie kommst du da bloß wieder raus? Ich hatte doch so viel in diese Beziehung investiert, auch finanziell.“

Hilfe gegen den Versuch, Vernunft in die Unvernunft zu bringen

Hilfe fand sie schließlich bei einer Therapeutin. Sie hatte großes Glück, denn die kannte sich mit Narzissten aus und konnte ihr eine wichtige Sorge nehmen: „Sie sagte mir, dass ich nichts für Thorstens Verhalten könne. Dass sein Verhalten nicht normal sei.“ Die Verhaltenstherapie, die Ida dort nun machte, half ein wenig gegen das schlimme Gefühl, dass sie diesen Menschen zwar wieder so haben wollte wie in der Anfangszeit, aber gleichzeitig wusste, dass das niemals geschehen würde. Und sie half dagegen, „wieder und wieder versuchen zu wollen, Vernunft in die Unvernunft zu bringen und dabei immer hin- und hergerissen zu sein“.

Ida nahm zusätzlich an einem Online-Programm der Australierin Melanie Tonia Evans teil, die für ihre Hilfe für Opfer von Narzisst:innen bekannt ist. „Ich bin der tiefen Überzeugung“, sagt Ida, „dass man sich aus so einer Sache [den Folgen der Gewalt durch einen toxischen Menschen, Anm. d. Red.] nicht herausdenken kann. Man muss über den Körper und die Gefühle gehen.“ Und genau das bietet Evans mit ihrem Programm an.

Darüber hinaus beschloss Ida, auch trotz ihrer Kraftlosigkeit Neues auszuprobieren. Und begann mit einem Sport, von dem sie wusste, dass er sie glücklich machen würde. Sie schuf sich auf diese Weise kleine Freiräume, in denen sie einmal nicht an Thorsten denken musste, in denen sie tief durchatmen und sich einen Ausgleich für all sein Gift schaffen konnte.

Und dann: bei Nacht und Nebel raus!

Und eines Tages war es so weit: Sie machte sich bei Nacht und Nebel aus dem Staub. Bis dahin war es ein langer Prozess gewesen, wie ein schleichendes Abnabeln. „Ich hätte mich nicht von ihm trennen können, wenn meine Gefühle für ihn noch so groß gewesen wären wie ganz am Anfang. Aber ich merkte von Mal zu Mal: Der Mann tut dir nicht gut, du musst ihn dir – etwas pathetisch gesagt – aus dem Herzen reißen.“ Hätte sie das nicht getan, wäre die Gefahr groß gewesen, sich wieder von ihm hoovern zu lassen. „Ich wusste einfach: Wenn ich da bleibe, verliere ich alles, meine Familie, meine Freunde, und, am schlimmsten, mich selbst. Weil ich das nicht wollte, musste ich raus.“ Und weil er auch zu körperlicher Gewalt neigte, musste der Auszug passieren, ohne dass er davon etwas ahnte.

Ohne Thorstens Wissen hatte sie sich deshalb eine Wohnung gesucht, ein Umzugsteam engagiert und alles vorbereitet, was man vorbereiten kann, ohne dass der Ehemann es mitbekommt. Der Umzugstag war deshalb sehr stressig, denn sie hatte ihre Sachen ja vorab nicht packen können. Doch dank des Umzugsteams, das kam, nachdem Thorsten zur Arbeit gefahren war, war alles in wenigen Stunden in Kartons verstaut. Und in dieser Nacht schlief Ida zum ersten Mal in ihrer neuen, eigenen Wohnung. Freiwillig allein.

„Ich betrete eine arschlochfreie Zone!“

„Ich war völlig k. o. Trotzdem machte sich in der nächsten Zeit, immer wenn ich in mein neues Zuhause zurückkam, große Erleichterung in mir breit: Ich wusste, ich betrete eine arschlochfreie Zone!“ Bis heute, sagt sie, wollte sie noch kein einziges Mal wieder zu Thorsten zurück.

Und dann holte sie sich Schritt für Schritt ihr Leben wieder zurück. Auch Glücksgefühle kamen endlich wieder: „Etwa fünf Monate nach dem Umzug gab es einen Tag, an dem ich mit einer Freundin unterwegs war und vor lauter befreitem Lachen den ganzen Tag Bauchschmerzen hatte. Da hatte ich das erste Mal das Gefühl: Ich kann wieder glücklich sein! Die Schwere kann sich auflösen, und ich kann endlich wieder ich selbst sein. Das war ein echter Meilenstein für mich.“

Was Ida auf diesem Weg geholfen hat, waren nicht nur Therapie, Online-Programm und der neue Sport. Es war auch eine Reihe von Menschen, die ihr nicht nur die ganze Zeit all das Irrsinnige geglaubt hatten, was sie von Thorsten berichtete. Sie unterstützten sie auch auf ihrem gesamten Weg aus dieser Ehe hinaus.

Der Lernprozess brauchte Zeit

Ida hat seitdem gelernt, welche Werte sie eigentlich hat, was sie im Zusammenhang mit anderen Menschen will und was sie nie wieder in Beziehungen akzeptieren will. Sie hat gelernt, ganz klare Grenzen zu setzen. „Heute gibt es sofort eine gelbe Karte, wenn sich jemand über meine Grenzen hinwegsetzt, mich belügt, sich in Widersprüche verstrickt oder sich komisch verhält. Beim nächsten Mal gibt es die rote Karte, und das war’s dann.“ Sie hat auch ihre Handlungsmuster geändert: „Ich reiße mir nicht mehr für alle den Hintern auf, sondern sage, wenn es nicht mehr geht.“

Das alles ging nicht von jetzt auf gleich. Erst recht nicht, weil sie schon durch einen narzisstischen Vater vorgeprägt war. Doch sie hat sich jeden kleinen Schritt geduldig nacheinander erarbeitet und ihr neues, selbstschützendes Verhalten eingeübt.

Noch hat Ida nicht so viel Verständnis für ihr eigenes Handeln in der Ehe mit Thorsten. Noch ärgert sie sich darüber, dass sie sich von Thorsten zu Reaktionen hat hinreißen lassen, die ihr gar nicht entsprechen, und darüber, dass sie nicht mehr sie selbst war. Dass ihr ihr Bauchgefühl in der Ehe mit ihm verlorengegangen war, ihr innerer Kompass dafür, was aus ihrer Sicht für sie das Richtige war. „Ich musste erst einmal wieder lernen, meiner Intuition zu vertrauen“, sagt sie. „Heute kann ich das wieder.“ Und irgendwann wird auch der Punkt kommen, an dem sie sich nicht mehr darüber ärgern wird, sich damals so verändert zu haben, weil sie schließlich nicht das Geringste dafür konnte.

So geht es Ida heute

Und heute? „Mir geht es gut“, sagt sie. „Ich bin heute die Person, die ich immer sein wollte. Ich habe so tolle Menschen um mich herum, kann die Zeit mit mir allein sehr, sehr gut genießen, und innerhalb meiner Familie hat sich sehr viel zum Positiven geändert. Ich habe meinen Angehörigen gezeigt, dass man Angst haben kann, aber trotzdem aus so einer Beziehung rauskommt. Heute will ich nie wieder diesen Rausch der riesengroßen Verliebtheit haben. Ich habe eine neue Beziehung auf Augenhöhe, mit einem Menschen, der nicht immer meiner Meinung ist, aber mit dem ich über alles sprechen kann, der genau wie ich bereit ist, Kompromisse einzugehen. Mit dem es unproblematisch und einfach ist.“ Und genau so sollten Beziehungen sein.

Idas Tipps für Menschen in toxischen Partnerschaften:

  • Verliebtheit kann den Blick auf einen Menschen verstellen. Lass es langsam angehen und steuere nicht so rasend schnell in eine Beziehung hinein. Auch wenn du schon sehr schnell eine sexuelle Beziehung mit jemandem eingehst: Wisse, dass du jederzeit gehen kannst. Dass es wichtig ist, dass du dich wohl mit dir selbst und mit deinem Leben fühlst.
  • Hinterfrage alles, was irgendeine Art Rausch mit sich bringt. Tritt mal kurz auf die Bremse und überprüfe, ob dieser Rausch dir wirklich gut tut.
  • Auch wenn du noch im Rausch der großen Verliebtheit bist: Hör dir an, was dir andere über dich im Zusammenhang mit diesem Menschen, über diesen Menschen oder eure Beziehung (und das Tempo) sagen. Gerade, wenn es Menschen sind, von denen du weißt, dass sie dir nichts Böses wollen, ziehe wenigstens in Erwägung, was sie sagen.
  • Stell dem neuen Menschen in deinem Leben Fragen, auch die unangenehmen. Hake nach, wenn er ausweicht oder du das Gefühl hast, dass er nicht die ganze Wahrheit sagt.
  • Bedenke, dass ein einzelner Mensch nie alle deine Bedürfnisse erfüllen wird. Sagt dir jemand, dass er dir selbst das erfüllen werde, von dem du noch gar nicht wusstest, dass du es wolltest, mach dir klar, dass auch das niemals geht. Viel wichtiger ist, dass dieser Mensch auf deine Bedürfnisse eingeht, wenn du sie ihm gegenüber kommunizierst. Dass er Kompromisse für dich eingeht. Dass ihr ähnliche Interessen habt und dir das Leben mit diesem Menschen Spaß macht. Und dass er dich nicht kontrolliert und ständig ohne Not über deine Zeit verfügt, z. B. nachts um zwei, wenn du schon im Tiefschlaf liegst.
  • Ist eine toxische Beziehung beendet, suche dir immer wieder kleine Herausforderungen, Dinge, die dich aus deiner Komfortzone herausholen. Dein Körper ist noch auf Drama programmiert, da noch immer eine gewisse Abhängigkeit oder Sucht in dieser Richtung vorhanden ist. Deshalb läufst du Gefahr, wieder zu diesem Menschen zurückzugehen. Du musst wissen: Das „Drama“, deinen Adrenalinrausch, deinen Kick kannst du dir auch ohne diesen Menschen verschaffen, indem du dich einfach mal überwindest: sei es, jemanden in der Kneipe anzusprechen oder beim Spaziergang fremde Leute zu grüßen. Oder zum ersten Mal in ein 60 Meter hohes Kettenkarussell zu steigen. Oder suche dir eine neue Sportart, halte zum ersten Mal einen Vortrag vor fremden Menschen. Tue etwas, das du noch nie gemacht hast. Tue es gerade dann, wenn du noch nicht wieder viel Kraft hast, denn die kommt mit der Bewältigung dieser Herausforderungen wieder. Und du bekommst neues Selbstbewusstsein, denn du merkst, dass du ja doch noch ganz viel kannst. Den größten und schwierigsten Schritt hast du ohnehin schon geschafft: aus der Beziehung herauszukommen. Dann wirst du diese kleinen Dinge auch schaffen.
  • Und ganz, ganz wichtig zum Schluss: Habt ihr noch etwas zu regeln oder gemeinsame minderjährige Kinder, lasse nur noch modifizierten Kontakt zu, am besten über E-Mail. Gibt es keinen juristischen Grund für einen Kontakt zu diesem Menschen, brich ihn vollständig ab.

* Alle Namen und wiedererkennbaren Details von Idas Geschichte wurden von der Redaktion aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes verändert.

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